Julie Soléy interviewed by gruendungskultur.de
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On y va à Paris: Unser Messebericht zur Cosmetic360


Am 19. Oktober 2017 um knapp 6 Uhr in der Frühe war es soweit. Ein kalter Morgen, aber immerhin warme Hände durch den Kaffee vom Bäcker nebenan, standen wir gemeinsam am Gleis des Mannheimer Bahnhofs, um unsere Tagesreise ins Herzen von Frankreich, nach Paris anzutreten. Dort wollen wir unser Produkt, die Sonnenschutz-Dusche, den großen Kosmetikplayern vorzustellen. Aber die Reise begann bereits Monate vorher mit einem umfangreichen Screeningverfahren aller relevanter Kosmetik-, Technologie und Hotelleriemessen.

Am Morgen des 26. April 2017 poppte auf einmal eine Mail von Thomas Meier vom Gründerbüro der Uni Freiburg bei uns auf. Im Betreff „Open Innovation Kosmetik“. Der Inhalt war vielversprechend: Es ging um Matching-Veranstaltungen von Startups aus der Kosmetik und Gesundheitsbranche mit den wirklich großen, internationalen Playern. Das sollte am 18. Und 19. Oktober 2017, in Paris, auf der Cosmetic360, der Messe für innovative Technologien und Produkte aus der Kosmetikbranche stattfinden.

Das Bewerbungsverfahren war mehr als detailliert und wir mussten in allen Belangen die sprichwörtlichen „Hosen runterlassen“. Danach hatten die Kosmetikhersteller über 60 Tage lang die Chance, passende Startups zu screenen und mit diesen direkt online Termine zu vereinbaren. Eigentlich machten wir uns nur wenig Hoffnung, bis dann doch das erste Matching mit L’Oreal und dann einige Tage später auch noch mit Johnson&Johnson erfolgte. Genau die Adressaten unserer Produktidee, die wir haben wollten! Doch wieder zurück ans Gleis des ICEs Mannheim-Paris am kalten 19.10. am frühen Morgen.


Die Zugfahrt verlief schneller als gedacht und mir nichts Dir nichts, befanden wir uns im pulsierenden Herzen der französischen Metropole. Vom Gare de l’Este war es nur noch ein Katzensprung zum Carrousel du Louvre, dem Veranstaltungsort der Cosmetic360.

Im ausladenden Untergeschoss des opulenten Carrousel du Louvre erstreckte sich die Cosmetic360. Von einem zentralen Meeting-Areal verliefen sternförmig die Hallen der unterschiedlichen Bereiche von Rohmaterialien, Packaging, neuen Formulierungen bis hin zu digitalen Messinstrumenten und fertigen Produkten. Ein Mekka für Innovationen und Innovatoren, wie z.B. Flakons aus Zucker und Wearables, welche die genau passende Sonneneinstrahlungszeit für die Haut definieren können. Und mitten drin: Wir. Ein wahrlich perfekter Ort, um sich inspirieren zu lassen und Kontakte zu knüpfen. Um 14 Uhr fiel dann der Startschuss zu unseren Matching-Terminen.

Match Nummer eins: Die Innovationsabteilung von Johnson&Johnson, mit läppischen 300 Milliarden Euro Jahresumsatz der Pharmazie- und Konsumgüterhersteller schlechthin. 30 Minuten Feuertaufe. In einem konstruktiven, freundlichen, aber dennoch sehr kritischen Gespräch, erklärten wir den beiden Innovationsmanagerinnen von J&J unsere Produktidee, Anwendungsfälle, Zielgruppen, Stand der Technik und Meilensteine für die Zukunft sowie Markteintritt und unsere Vorstellungen von einer Zusammenarbeit. Intensive Minuten nach denen die Köpfe qualmten.

Das Feedback: Unglaublich! Die direkte Aufforderung, sobald unser Prototyp fertig ist, diesen in der Normandie im Forschungszentrum von J&J zu präsentieren. Und ja, J&J kann sich sehr gut eine Zusammenarbeit vorstellen. Unsere Sonnenschutz-Dusche hat dort die Gemüter der Innovationsmanagerinnen erregt.


Die perfekte Steilvorlage um in das folgende Gespräch mit L’Oreal zu gehen. Die gleiche Ausgangssituation: 30 Minuten Pitch inkl. Fragerunde. Ähnliche Fragen, ähnliche Antworten, offener Ausgang. Das Interesse konnten wir wecken. Leider erfolgte aber keine klare Vereinbarung, wie es weitergehen könnte, man meldet sich...

Abwarten was passiert. Aber immerhin, man lernt bei jedem Gespräch dazu und hierbei konnten wir erfahren, dass wir bei Sprühaufbringung wesentlich weniger Volumen Sonnencreme zur Abdeckung der Hautoberfläche benötigen, als bei herkömmlichem Cremes. Sehr gut, wird in die F&E bei uns mitaufgenommen.

Was folgte nach unseren Feuertaufen? Sehr viel netzwerken, vor allem mit Verpackungsherstellern. Gerade die zuckerbasierte Packaging-Lösung sowie kleinere Naturcremeherstellern waren für uns von großem Interesse, da diese mehr als perfekt in unser Nachhaltigkeitskonzept passen. Um 16 Uhr machten wir uns müde und geschafft auf die Heimreise, aber nicht ohne in einer der vielen Brasserien von Paris noch ein kleines Abendessen einzunehmen. Wenn man schon in Paris ist, dann sollte man dies auch kulinarisch genießen.

Völlig geschafft, aber mit vielen neuen Kontakten und Möglichkeiten unsere Geschäftsidee mit starken Partnern schneller und reichweitenstärker durchzusetzen, kamen wir schlussendlich um ca. 22 Uhr wieder im Dunkeln und Kalten am Gleis des Mannheimer Hauptbahnhofs an. Zeit für einen warmen Kaffee.